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Moonlit Horse

One evening, walking in the public way,
A peasant of the valley where I dwelt
Being my chance companion, he stopped short
And pointed to an object full in view
At a small distance. ’Twas a horse, that stood
Alone upon a little breast of ground
With a clear silver moonlit sky behind.
With one leg from the ground the creature stood,
Insensible and still; breath, motion gone,
Hairs, colour, all but shape and substance gone,
Mane, ears, and tail, as lifeless as the trunk
That had no stir of breath. We paused awhile
In pleasure of the sight, and left him there,
With all its functions silently sealed up,
Like an amphibious work of Nature’s hand,
A borderer dwelling betwixt life and death,
A living statue or a statued life.

Pferd im Mondschein

An einem Abend war ich unterwegs
mal auf der Landstraße; durch Zufall war
Begleiter mir ein Bauer aus dem Tal,
in dem ich wohnte. Er hielt er an und zeigt
dabei auf ein Objekt nicht weit entfernt
und voll im Blick: Es war ein Pferd, das stand
allein auf einem kleinen Hügel und
vor klarem Himmel, der vom Silbermond
erleuchtet wurde. Ein Bein angezogen,
so stand die Kreatur wie abgeschottet
und ohne Laut, nicht atmend, regungslos.
Haare, Farbe, nichts mehr da als die
Gestalt und Masse; Mähne, Ohren, Schwanz
so leblos wie der Leib, den Atmen nicht
bewegte. Eine Weile blieben wir
dort stehn und hatten unsre Freude an
dem Anblick, bis wir es zurück dann ließen
in seinem ganzen Dasein stumm versiegelt:
ein Werk aus Händen der Natur, amphibisch:
ein Grenzbewohner zwischen Tod und Leben:
lebend’ges Standbild, standbildgleiches Leben.

c. 1804, draft material of a Five-Book Prelude

Aus Entwürfen für ein Prelude mit fünf Büchern, 1804.