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E L E G I A C   S T A N Z A S

SUGGESTED BY A PICTURE OF PEELE CASTLE, IN A STORM,
PAINTED BY SIR GEORGE BEAUMONT


I was thy neighbour once, thou rugged Pile!
Four summer weeks I dwelt in sight of thee:
I saw thee every day; and all the while
Thy Form was sleeping on a glassy sea.

So pure the sky, so quiet was the air!
So like, so very like , was day to day!
Whene’er I looked, thy image still was there;
It trembled, but it never passed away.

How perfect was the calm! it seemed no sleep;
No mood, which season takes away, or brings:
I could have fancied that the mighty Deep
Was even the gentlest of all gentle Things.

Ah! then, if mine had been the Painter’s hand,
To express what then I saw; and add the gleam,
The light that never was, on sea or land,
The consecration, and the Poet’s dream;

I would have planted thee, thou hoary Pile
Amid a world how different from this!
Beside a sea that could not cease to smile;
On tranquil land, beneath a sky of bliss.

Thou shouldst have seemed a treasure-house divine
Of peaceful years; a chronicle of heaven; –
Of all the sunbeams that did ever shine
The very sweetest had to thee been given.

A Picture had it been of lasting ease,
Elysian quiet, without toil or strife;
No motion but the moving tide, a breeze,
Or merely silent Nature’s breathing life.

Such, in the fond illusion of my heart,
Such Picture would I at that time have made:
And seen the soul of truth in every part,
A steadfast peace that might not be betrayed.

So once it would have been, – ’tis so no more;
I have submitted to a new control:
A power is gone, which nothing can restore;
A deep distress that humanised the Soul.

Not for the moment could I now behold
a smiling sea, and be what I have been:
The feeling of my loss will ne’er be old;
This, which I know, I speak with mind serene.

Then, Beaumont, Friend! who would have been the Friend,
If he had lived, of Him whom I deplore,
This work of thine I blame not, but commend;
This sea in anger, and that dismal shore.

O ’tis a passionate Work! – yet wise and well,
Well chosen is the spirit that is here;
That Hulk which labours in the deadly swell,
This rueful sky, this pageantry of fear!

And this huge Castle, standing here sublime,
I love to see the look with which it braves,
Cased in the unfeeling armour of old time,
The lightning, the fierce wind, and trampling waves.

Farewell, farewell the heart that lives alone,
Housed in a dream, at distance from the Kind!
Such happiness, whenever it be known,
is to be pitied; for ’tis surely blind.

But welcome fortitude, and patient cheer,
And frequent sights of what is to be borne!
Such sights, or worse, as are before me here. –
Not without hope we suffer and we mourn.

E L E G I S C H E   S T R O P H E N

ZU DEM BILD „PEELE CASTLE IM STURM“,
GEMALT VON SIR GEORGE BEAUMONT


Dein Nachbar war ich, schroffer Klotz aus Stein,
vier Sommerwochen lang Du schautest zu mir her:
Ich sah Dich jeden Tag; das Abbild Dein
derweil lag schlafend da auf einem gläsern Meer.

Die Luft stand still, wie war der Himmel klar,
wie glich ein Tag dem andern an der weiten Bucht!
Sooft ich hab geschaut, Dein Bild ich sah,
verschwimmend, zitternd manchmal in der warmen Luft.

Vollkommen war die Stille! Nicht so sehr
des Winds und Wetters Laune wollt’ ich darin lesen:
Es kam mir vor, als wär das mächt’ge Meer
die Sanftmut selbst, das sanfteste der sanften Wesen.

Ach, könnt’ ich malen mit des Malers Hand,
um auszudrücken, wie dem Dichter da geschah,
in Glanz das Meer ich tauchte und das Land,
wie ich das Licht in heiliger Verwandlung sah.

Ich hätt’ versetzt Dich, greiser Klotz aus Stein,
in eine Welt, von der des Malers ganz verschieden,
an eine See, die ewig heiter sollte sein,
an eine Bucht, die unter Bläue schläft in Frieden.

Du solltest wie ein heil’ges Schatzhaus sein,
ein Hort des Friedens, Chronik seiner Himmelsmacht;
von allen Strahlen aus dem Sonnenschein
die allerlieblichsten hätt’ ich Dir zugedacht.

Mein Bild es sollte Wohlgefühl bereiten,
Elysium, von Qual und Hader keine Spur;
Bewegung nur im Wind, in den Gezeiten,
kaum mehr als sanftes, stilles Atmen der Natur.

Wär meinen Träumen nicht gesetzt die Frist,
vielleicht hätt’ ich auch heute solches Bild gemalt,
gemeint, daß dies die ganze Wahrheit ist,
daß solch ein Friede unverbrüchlich wird bewahrt.

Das war einmal und wird so nie mehr sein:
Ein anderes Gesetz in mir hat Vorherrschaft:
Was Kraft mir war, das stellt sich nicht mehr ein,
ach, Trauer hat den Menschen näher mich gebracht.

Sooft ich schau, nun ist’s unmöglich mir,
ein Meer zu sehn, das freundlich in der Sonne lacht;
ich weiß, daß jenen Schmerz ich nicht verlier’,
und sag’s, nachdem gelassen ich hab nachgedacht.

Ach, Freund Beaumont, könnt’ Freundschaft Dir erweisen
auch jener Mensch, dem meine tiefe Trauer gilt!
Dein Bild ich tadle nicht, ich will es preisen:
Dies düstre Land und diese See in Aufruhr, wild!

Oh Leidenschaft ist in dem Werk! – doch gut,
gekonnt und weise wird vor Augen uns gebracht
das Schiff, das kämpft in mörderischer Flut,
des Himmels Gram, des Schreckens schauerliche Pracht!

Die Burg, wie mit geborstnem Panzer sie dort steht,
ich mag den Blick, mit dem sie trotzig um sich schaut,
die Stirne bietend dem, was ein dort auf sie schlägt:
der Blitz, der Sturm, die Wellen stampfend, daß uns graut.

Lebwohl, lebwohl das Herz, das mönchisch lebt,
zu Haus in einem Traum, wo fern die Menschen sind!
Solch Glücksgefühl, wann immer es sich regt,
ist zu bedauern, denn, gewiß doch, es ist blind!

Jedoch willkommen Mut, Ermunterung, Geduld
und Ausblick auch auf das, was wird in künft’gen Tagen,
auch wenn, wie hier, wir sehen Unglück und Tumult:
Nicht hoffnungslos, dem Anblick haltend stand, wir klagen.

c. 1806, p. 1807

Die Ruine von Peele (heute: Piel) Castle steht bei Barrow-on-Furness auf einer
kleinen Insel am nördlichen Eingang zur Morecambe Bay. Wordworth hielt
sich im Sommer 1794 im unmittelbar dabei gelegenen Rampside auf.
Wordsworth trauert hier um seinen Bruders John, dessen Schiff mit ihm als seinem
Kapitän im Februar 1805 unterging. Siehe auch Poems on the Naming of Places, VI .